Tom Mutters ist gestorben

Tom Mutters ist gestorben

Dr. med. h. c. Tom Mutters, Gründer und Ehrenvorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe, ist am 2. Februar 2016 in Marburg im Alter von 99 Jahren gestorben.

Er sei in den letzten Wochen immer schwächer geworden und am Ende friedlich eingeschlafen, hieß es aus seiner Familie. Zusammen mit Eltern und Fachleuten gründete der gebürtige Niederländer 1958 in Marburg die Bundesvereinigung Lebenshilfe, deren Geschäftsführer er 30 Jahre lang war. Die Lebenshilfe hat sich in der Folgezeit zur deutschlandweit größten Selbsthilfeorganisation für geistig behinderte Menschen und ihre Angehörigen entwickelt mit rund 130.000 Mitgliedern, 512 örtlichen Vereinigungen und 16 Landesverbänden. Das Angebot der Hilfen umfasst Frühförderung, Familienentlastende Dienste, Kindergärten und Schulen für Kinder mit und ohne Behinderung, Freizeitangebote, Werkstätten und inklusive Arbeitsplätze sowie Wohnformen mit mehr oder weniger intensiver Betreuung bis ins Alter.

„Tom, der Gründer“ hat die Lebenshilfe über Jahrzehnte geprägt und begleitet. Er hat Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen zu einem ganz neuen Selbstbewusstsein verholfen. Seine Vision aus den 1950er-Jahren spiegelt sich heute in der UN-Behindertenrechtskonvention wider, die seit 2009 behinderten Menschen in Deutschland uneingeschränkte Teilhabe garantiert und eine inklusive Gesellschaft einfordert. „Mit Tom Mutters“, sagt Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, „ist eine der ganz großen Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte von uns gegangen.“

Tom Mutters erhielt für sein Lebenswerk zahlreiche Auszeichnungen: Zu seinem 70. Geburtstag wurde ihm 1987 das Große Bundesverdienstkreuz verliehen, und die Medizinische Fakultät der Philipps-Universität in Marburg ernannte ihn im selben Jahr zum Ehrendoktor. In seiner Heimat wurde er in den Rang eines Offiziers im Orden von Oranje-Nassau erhoben. 2013 bekam der Niederländer den Preis für „Dialog und Toleranz“ des Paritätischen Gesamtverbandes. Ihm zu Ehren wurde 1996 die Lebenshilfe-Stiftung „Tom Mutters“ ins Leben gerufen, und bundesweit tragen zahlreiche Lebenshilfe-Einrichtungen seinen Namen.

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Mittwoch, 10 Februar 2016.

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2012
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News & Veranstaltungen

  • Hier drückt der Schuh

    [29-09-2016]

    Hier drückt der Schuh - Unter dem Motto #TeilhabeStattAusgrenzung haben wir am Samstag, 24.9., auf dem Rudolfplatz mit unserer Aktion „Uns drückt der Schuh“ gegen das geplante Bundesteilhabegesetz und das Pflegestärkungsgesetz III protestiert. Durch die Gesetze drohen massive Verschlechterungen für Menschen mit geistiger Behinderung. Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter sowie Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Rodenkirchen und der Lebenshilfe Köln informierten gemeinsam über die Bedenken der Lebenshilfe in Bezug auf das geplante Bundesteilhabegesetz. Dabei verteilten sie Infobroschüren und Schuhanzieher als Symbol für das Motto der Aktion. Unser Ziel war es, die Forderungen der Lebenshilfe für gute Teilhabe und Pflege einer breiten Öffentlichkeit zu erläutern und Unterschriften für die Petition der Lebenshilfe Bundesvereinigung gegen den vorliegenden Entwurf des Bundesteilhabegesetzes und des Pflegestärkungsgesetzes III zu sammeln. Die bundesweite Online Petition hat bereits über 64.000 Unterzeichner. Am 24.9. konnten weitere 300 Unterschriften gesammelt werden. Die Petition der Lebenshilfe sowie mehr Informationen zur Kampagne gibt es unter www.teilhabestattausgrenzung.de

     

  • Sommerfest2016

    [08-07-2016]

    Unser Sommerfest 2016 Auf Wunsch der von uns betreuten Menschen und zur Unterstützung des Garagenflohmarktes in Weiß haben wir dieses Jahr beschlossen, wieder ein Sommerfest in der Straße Im Garten in Weiß zu veranstalten.
  • Karneval 2016

    [22-02-2016]

    Von einer Sitzung und vom Zuge….
  • Tom Mutters ist gestorben

    [10-02-2016]

    Dr. med. h. c. Tom Mutters, Gründer und Ehrenvorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe, ist am 2. Februar 2016 in Marburg im Alter von 99 Jahren gestorben.
  • Lebenshilfe: hier wird gelebt, dass jeder Mensch das Recht hart, ernst genommen zu werden.
    M.S. - Mutter
  • Lebenshilfe bedeutet für uns als Eltern ein Wagnis, aber auch eine große Chance auf selbstbestimmtes Leben.
    M.S. - Mutter
  • Die Lebenshilfe hat mir am besten gefallen, weil ich selbstständig wohnen möchte und meine Wohnung unter dem Dach ist.
    A. S. : - BeWo Klient
  • Hier können wir kochen, was wir wollen. Das ist schön. Hier sind wir selbstständig, nicht wahr.
    M. M. - BeWo Klientin
  • Die Lebenshilfe ist einfach bunt, also sehr vielfältig und lebendig.
    n.n - Mitarbeiter.
  • Die Lebenshilfe ist wie eine freundliche Insel an einem netten See.
    n.n - Mitarbeiter
  • Wenn du dich immer so fies benimmst, kommst du irgendwann ins Heim.
    P.A.- Bewohner (zu einem Mitbewohner)
  • Ich hab jetzt keine Zeit mehr, ich hab noch zu tun in der Wohnung.
    P.M. - Bewohner (zu seinen Eltern)

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